Eigentlich wollten wir nur ein Wochenende nach Dresden. Ein bisschen Stadt anschauen, gut essen, vielleicht das eine oder andere Foto machen und uns am Samstagabend „Die Zauberflöte“ in der Semperoper ansehen. Also ganz harmlos.Unser Hotel lag so zentral, dass wir nach fünf Minuten Fußweg bereits mitten in der Altstadt standen. Und dann war es eigentlich schon passiert: Ich war schockverliebt. Dresden macht es einem wirklich nicht schwer. Zwinger, Semperoper, Frauenkirche – eine Sehenswürdigkeit reiht sich an die nächste. Und zwischendurch hat man immer wieder einen tollen Blick auf die Elbe. Man läuft nur ein paar Meter und denkt ständig: „Das muss ich auch noch fotografieren.“
Besonders die Semperoper hat es mir angetan. Am Samstagabend saßen wir dort und haben uns Die Zauberflöte angesehen. Ein wirklich großartiger Ort für einen Opernbesuch! Und es war vermutlich auch einer der wenigen Momente an diesem Wochenende, in denen meine Kamera tatsächlich mal Pause hatte.
Außerdem ist mir ziemlich schnell aufgefallen, dass Dresden sauber ist. So richtig sauber. Man läuft durch die Stadt und fragt sich irgendwann, ob hier regelmäßig jemand mit einem überdimensionalen Staubsauger unterwegs ist. Im Vergleich zu meiner Heimatstadt Bremen sind das jedenfalls Welten. Wobei wir ehrlich sein wollen: Schlimmer als in Bremen kann es eigentlich auch kaum aussehen.
Und dann sind da noch die Dresdner selbst. Zumindest die, denen wir begegnet sind, wirkten entspannt, freundlich und ziemlich zufrieden mit ihrem Leben. Niemand schien es besonders eilig zu haben. Vielleicht liegt es an der Stadt. Vielleicht liegt es an der Elbe. Oder einfach daran, dass man in Dresden automatisch gute Laune bekommt.
Wie auch immer: Nach diesem Wochenende war schnell klar, dass Dresden und ich uns vermutlich nicht zum letzten Mal gesehen haben. Die Kamera hatte jedenfalls ordentlich zu tun.
Als wir zum ersten Mal durch die Altstadt liefen, blieb mein Blick ziemlich schnell am großen Wandbild am Kulturpalast hängen. Irgendwie kam mir das Motiv sofort bekannt vor. Es erinnerte mich stark an die alten Briefmarken aus der DDR – dieser typische Bildstil, bei dem man irgendwie sofort weiß, aus welcher Zeit das Ganze stammt.
Ich finde solche Wandbilder ja spannend. Sie sind nicht unbedingt das, was man sich heute unter moderner Stadtgestaltung vorstellt, erzählen aber trotzdem eine Menge über die Zeit, in der sie entstanden sind. Und genau deshalb gehören sie für mich zur Geschichte einer Stadt. Auch wenn sie vielleicht nicht jedem gefallen, sollten solche Zeitzeugen nicht einfach irgendwann verschwinden oder in Vergessenheit geraten.
Besonders auf die Semperoper hatte ich mich dann am Samstagabend gefreut. Ich bin zwar kein großer Opernfan, aber wenn man schon mal in Dresden ist, sollte man sich die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen. Fotografiert habe ich übrigens nur mit dem Handy. Die große Kamera blieb diesmal zu Hause. Was vermutlich auch ganz gut war, denn während der Aufführung wäre sie ohnehin ziemlich nutzlos gewesen.
Und dann saßen wir da. In der Semperoper: „Die Zauberflöte“. Und ich muss zugeben: Das hatte schon was.
Allein diese Atmosphäre ist beeindruckend. Der Saal, die Architektur, die Musik – da merkt man ziemlich schnell, dass man gerade nicht irgendwo in einer nüchternen Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck sitzt. Auch wenn ich vermutlich nicht über Nacht zum leidenschaftlichen Operngänger geworden bin, war die Aufführung in dieser Umgebung einfach umwerfend.Und so hatte mein Handy an diesem Abend tatsächlich mal die wichtigste Aufgabe: Es durfte in der Tasche bleiben.
Gleich neben der Semperoper liegt der Zwinger. Und auch hier hätte ich mich problemlos ein paar Stunden aufhalten können. Einfach herumgehen, gucken, irgendwo hinsetzen, die Leute beobachten und natürlich fotografieren. Wobei „ein paar Stunden“ wahrscheinlich ziemlich optimistisch ist. Wenn ich erst einmal eine Kamera in der Hand habe und ständig irgendwo ein interessantes Motiv entdecke, kann das auch mal etwas länger dauern.
Und dann war da natürlich noch der Rest der Altstadt. Jede Menge Gebäude, deren Namen man irgendwann schon einmal gehört hatte und die nun plötzlich direkt vor einem standen.Also blieb eigentlich nur eines: anschauen, staunen und natürlich fotografieren. Wobei ich bei manchen Motiven schon nach wenigen Minuten das Gefühl hatte, dass Dresden irgendwie mehr Sehenswürdigkeiten hat, als ich Speicherkarten dabei hatte.
Dresden hat natürlich noch einiges mehr zu bieten als Frauenkirche, Zwinger und Semperoper. Wir haben längst nicht alles gesehen – und genau deshalb bin ich mir ziemlich sicher, dass wir nicht zum letzten Mal hier gewesen sind. Einen kleinen Tipp habe ich aber noch für alle, die bisher noch nicht in Dresden waren: Macht nicht den gleichen Fehler wie ich und wartet nicht so lange mit einem Besuch. Ich frage mich jedenfalls gerade, warum ich eigentlich so lange damit gewartet habe. Dresden hat mir jedenfalls ziemlich schnell gezeigt, dass man manche Städte besser früher als später besucht.

Ein toller Einblick in diese Barocke Vielfalt. Dresden lohnt sich und ich möcht da auch gern einmal hin.
Hast du die Menschen alle bei den Bildern verscheucht, oder waren da nur so selten welche unterwegs 😁 bin fasziniert.
Liebe Grüße!
Moin,
Dresden ist echt klasse.
Bei Langzeitbelichtungen werden die meisten Menschen im Bild ohnehin nicht mit aufgenommen. Bei den anderen Bildern muss ich zugeben, dass ich Lightroom verwendet habe – die Funktion dort ist wirklich beeindruckend.
Moin Matthias,
ich hatte das große Glück, dass mein Arbeitgeber sowohl in Erfurt und Mageburg als auch in Dresden, um nur mal die größeren Städte zu nennen, Niederlassungen unterhielt. Als IT’ler durfte ich an all diesen schönen Orten mehrfach verweilen, an manchen direkt nach der Wende. Ich war seinerzeit zutiefst beeindruckt und bin es eigentlich noch heute, wenn ich alte Bildreportagen oder Filmberichte sehe.
Dresden UND Umgebung sind so viele Reisen wert, da kannst du dir noch viel vornehmen. Ich will auch gar nicht erst vom Dresdner Weihnachtsmarkt, dem Elbsandsteingebirge, dem Blauen Wunder, den unzähligen Schlössern und Kulturdenkmälern anfangen, musste selber herausfinden. Danke jedenfalls für Bilder und beschreibende Texte, sehr schön!
Zum Thema Sauberkeit, da warst du bisher wohl in Essen an den falschen Orten, wenn du Bremen so hervorhebst! LG, Burkhard aka B59R
Achja, die Geschichte der modernen Fotografie (Spiegelreflex!) ist untrennbar mit Dresden verbunden, schau mal unter IHAGE und Exakta in der Wikipedia wenn du Lust hast
Moin,
in Essen kenne ich tatsächlich nur die Villa Hügel und die Zeche Zollverein. Das ist, glaube ich, nicht sehr repräsentativ. Exakta ist mir natürlich auch ein Begriff. IHAGE kenne ich allerdings nicht, das werde ich aber gleich mal nachschlagen.