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ISO 102400 und dennoch ein brauchbares Foto?

Bildrauschen, ein oft diskutiertes Problem in der Fotografie. Häufig kommt das Bildrauschen bei digitalen Kameras durch einen hohen ISO-Wert zustande, d.h. man fotografiert bei schlechten Lichtverhältnissen und schraubt dann an den ISO-Einstellungen herum. Auf eine genaue Erklärung, was Bildrauschen ist, möchte ich jetzt hier nicht eingehen, das kann man sehr schön bei Wikipedia nachlesen. Vereinfacht gesagt, der Sensor wird lichtempfindlicher und das Foto kann dann auch mit kürzeren Verschlusszeiten und/oder mit kleinen Blenden aufgenommen werden. Das Ganze hat aber einen Haken, denn je höher die ISO, desto verrauschter wird das Foto. Viele der neueren Digitalkameras können mit ISO-Werten von 6400 oder sogar noch 12800 recht gut umgehen. Oft sagt man sich: „Lieber ein verauschtes Foto als gar keines“ und einiges lässt sich ja auch in der vielen Bildbearbeitungsprogrammen korrigieren.

Hier scheint es aber Unterschiede zu geben, wie gut die verschiedenen Programme dieses Bildrauschen korrigieren können. Angeregt von einem Tweet von Dirk Primbs, der die Software DxO PureRaw als Testversion zum Entrauschen einiger seiner Fotos nutzte und über das Ergebnis positiv überrascht war, habe ich einen kleinen Vergleich zwischen Lightroom Classic und eben der DxO Pure RAW Software gestartet. Ich habe mit meiner Kamera, einem 35 mm Objektiv und Blende f/8 immer dasselbe Motiv aufgenommen. Lediglich der ISO-Wert wurde geändert, wobei dann die Kamera die Verschlusszeit automatisch wählte.

ISO 12800 DxOISO 12800 Lightroom

ISO 12800: Links DxO PureRaw, Rechts Lightroom Classic

 

ISO 25600 DxOISO 25600 Lightroom

ISO 25600: Links DxO PureRaw, Rechts Lightroom Classic

 

ISO 51200 DxOISO 51200 Lightroom

ISO 51200: Links DxO PureRaw, Rechts Lightroom Classic

 

ISO 102400 DxOISO 102400 Lightroom

ISO 102400: Links DxO PureRaw, Rechts Lightroom Classic

Man muss bei den ganzen Vergleichen allerdings beachten, dass auch die Bilder in Lightroom weiter bearbeitet worden sind, d.h. Belichtung, Kontrast, Lichter etc. sind angepasst worden. Da die Software von DxO dies in der automatischen Optimierung auch macht, habe ich dies ebenfalls in Lightroom automatisch durchführen lassen. Hier gibt es dann wohl unterschiedliche softwarebedingte Einstellungen, die die Bilder unterschiedlich stark im Kontrast oder Belichtung aussehen lassen.

Zu guter Letzt habe ich aber das Foto mit dem höchsten ISO-Wert von DxO optimierten lassen und anschließend Lightroom Classic bearbeitet.

ISO 102400 unbearbeitetLightroom Finale Bearbeitung

Die Ergebnisse und gerade das letzte Resultat bei einem ISO-Wert von 102400(!) finde ich schon sehr beeindruckend. Da ich mir auf der Homepage von DxO die Testversion heruntergeladen habe, werde ich noch einige Versuche mit kleineren ISO-Werten durchführen.

Ganz günstig ist die Software nun gerade nicht und ich denke, jeder muss für sich entscheiden, ob sich diese Investition lohnt.

 

Euer Matthias

 

4 Kommentare

  1. Hallo Matthias,
    ich habe eine alte Sony A77II, mit dem A-Mount, und immer das Gefühl gehabt das die Bilder milchig sind, nicht unscharf, Seit ich Pure Raw habe, ist mein Wunsch nach einer neuen Kamera gegen Null geschrumpft. Das Programm ist nicht nur bei hohen ISO Werten der Hammer sondern auch bei den Details. Ich habe das mal bei einen Enten Bild gemacht, was das Programm da noch rausgeholt hat ist der unbeschreiblich.

    1. Hallo Andreas,
      ich glaube, da kannst du echt eine Menge Geld sparen und wenn man die Optimierung gleich in seinen Bildbearbeitung-Workflow integriert, ist das alles auch schnell erledigt.
      Aber auch gut zu wissen, dass es auch super Ergebnisse bei unscharfen Bildern liefert. Danke für den Hinweis!

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