Altglasfieber – mich hat es jetzt auch erwischt

Altglas war für mich ein Begriff, den ich mit leeren Flaschen und Gläsern verbunden habe, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen in den Container zum Recycling entsorgt werden mussten.

In unserer neuesten Folge des Fotolinsen-Podcasts hatten Holger und ich Simon Volkmann zu Gast, der ausschließlich mit alten analogen Linsen fotografiert. Ich bin jemand, der gerne neue Dinge ausprobiert und habe natürlich dann nach der Aufnahme mit Simon auch ein Altglas gekauft. Bei den einschlägigen Internetverkaufsportalen gibt es wirklich eine sehr große Auswahl. Die Brennweite war mir eigentlich schon sehr früh klar – es sollte etwas Weitwinkliges sein, so um die 20 bis 30 mm. Zu Beginn wollte ich natürlich nicht viel Geld ausgeben und daher bin ich bei einem Minolta MD 28mm f/2.8 hängen geblieben. Die Linse kam dann auch recht schnell an, fast zeitgleich mit dem Adapter, der ja auch noch benötigt wird, um diese Linse an meine Kamera zu adaptieren.

Minolta an EOS R5
Minolta an EOS R5

Wie wir schon in unserem Podcast besprochen hatten, ist bei diesen Linsen natürlich eine manuelle Einstellung nötig. Die Blende wird direkt am Objektiv eingestellt. Das Fokussieren klappt mithilfe des Fokuspeaking sehr gut. Zusätzlich sollte man die Kamera aber so einstellen, dass das Auslösen ohne Objektiv aktiviert ist, denn so schlau sind die modernen Knipsen dann doch nicht, dass sie automatisch erkennen, dass ein Objektiv aufgesetzt ist.

Ich bin dann mal gut gerüstet, einfach losgezogen und habe mal drauf los fotografiert:

Sehr überrascht war ich, welche Bildqualität mit dem Minolta möglich ist. Faszinierend auch zu sehen, dass ein Objektiv, welches sicherlich seine dreißig Jahre auf dem Buckel hat, prima mit einer modernen Kamera zusammenspielt.

Na ja, ich habe ja geschrieben, dass mich das Altglasfieber gepackt hat, deshalb ist vor kurzem noch ein zweites dazu gekommen, ein Schneider-Kreuznach Tele-Xenar 135 mm f/3.5.

Schneider-Kreuznach an EOS R5
Schneider-Kreuznach an EOS R5

 

Dieses Objektiv hat wie das Minolta einen MD-Anschluss, sodass ich keinen neuen Adapter benötige.

Leider hat mir bisher die Zeit und Muße gefehlt, mehrere Aufnahmen damit zu machen, deshalb zeige ich erst mal nur ein schnelles Foto aus der Hüfte geschossen:

Gegenlicht
Gegenlicht

 

Es macht unheimlich viel Spaß mit den Linsen zu Fotografieren und eröffnet einem wieder völlig neue Möglichkeiten. Danke Simon, dass du mich angesteckt hast! 😉

Wer noch etwas mehr über dieses Thema erfahren möchte, dem sei die Seite Pilgerrazzi empfohlen. Timo stellt hier noch weitere Objektive vor und kann euch sicherlich die eine oder andere Frage beantworten und weitere Tipps geben.

Euer Matthias

 

Update zum Schneider-Kreuznach

Mittlerweile habe ich doch etwas Zeit gehabt, um mit dem Schneider-Kreuznach das eine oder andere Foto mehr aufzunehmen. Ich muss sagen, dieses Objektiv ist schon speziell: Nicht nur die 135 mm sind ganz spannend, sondern viel mehr die Naheinstellungsgrenze von knapp zwei Metern ist wirklich gewöhnungsbedürftig. Etwas zickig verhält sich die Linse auch beim Fokussieren, da muss ich noch etwas üben. Was ich festgestellt habe, ist, dass auch bei Blende 8 oder Höher und Einstellung auf unendlich der vordere Bildbereich nicht scharf wird. Ich finde aber dies macht einen besonderen Charme und Bildstil des Objektives aus – mir gefällt das!

 

 

3 thoughts on “Altglasfieber – mich hat es jetzt auch erwischt

  1. Lieber Matthias,

    es freut mich hier einen weiteren Altglasliebhaber entdeckt zu haben 🙂

    Altglas an einer R5 ist schon etwas feines. Mein Sohn hat auch eine R5, aber da lässt er mich mit meinem Altglas nicht ran 🙁

    LG Bernhard

    1. Moin Bernhard,
      das Faszinierende finde ich, dass a) Hightech und Vintage so gut harmonieren und b) die alten Linsen immer noch eine super Bildqualität abliefern.
      Ich kann deinem Sohn ja mal gut zureden, vielleicht lässt er dich dann mit deinen alten Linsen an seine R5 😉
      Viele Grüße Matthias

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